Mineralstoffe

Welches Magnesium ist das beste? Formen, Tagesbedarf und Dosierung

7 Min. Lesezeit
Mineralstoffe

Magnesium gehört zu den Mineralstoffen, die im Alltag oft unterschätzt werden. Es ist an zahlreichen Körperfunktionen beteiligt – von der normalen Muskelfunktion über den Energiestoffwechsel bis zum Nervensystem. Wer Sport treibt, unter Stress steht oder sich wenig abwechslungsreich ernährt, sollte einen genaueren Blick auf die eigene Versorgung werfen.

Die kurze Antwort

Es gibt nicht das beste Magnesium – aber eine beste Wahl für deinen Fall. Die zugelassenen Funktionen gelten für alle Verbindungen gleich. Unterschiede gibt es bei Verträglichkeit, Löslichkeit und im Anteil an elementarem Magnesium.

Empfindlicher Magen: Bisglycinat – gilt als die magenfreundlichste Verbindung.

Sport und Pulver: Citrat – sehr gut wasserlöslich, der Klassiker.

Tägliche Routine: Malat – mild und gut verträglich.

Keine Festlegung gewünscht: ein Komplex aus mehreren Verbindungen.

Eher meiden: Magnesiumoxid – hoher Magnesiumanteil, aber schlecht löslich und in höheren Mengen abführend.

Inhalt

1. Wie Magnesium im Körper wirkt

2. Wie hoch ist der Tagesbedarf?

3. Magnesium in Lebensmitteln

4. Welche Magnesiumform ist sinnvoll?

5. Welcher Komplex passt?

6. Häufige Fragen

Passendes Produkt

NUTROA Magnesium 4fach Komplex – 200 mg elementares Magnesium in 4 Verbindungen: Bisglycinat, Citrat, Malat & Taurat. 60 vegane Tabletten. Laborgeprüft.

Wie Magnesium im Körper wirkt

Magnesium ist als Cofaktor an einer Vielzahl enzymatischer Reaktionen beteiligt, unter anderem im Energiestoffwechsel. Im Muskel wirkt es als Gegenspieler von Calcium: Calcium löst die Kontraktion aus, Magnesium ist an der anschließenden Entspannung beteiligt. Auch für die Reizweiterleitung im Nervensystem wird Magnesium benötigt.

Belegte Funktionen – von der EFSA zugelassen

✓ Trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei

✓ Trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei

✓ Trägt zur normalen Muskelfunktion bei

✓ Trägt zur normalen psychischen Funktion bei

✓ Trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei

✓ Trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei

✓ Trägt zur Erhaltung normaler Knochen und Zähne bei

Diese Aussagen gelten für den Nährstoff Magnesium – unabhängig davon, in welcher Verbindung er vorliegt.

Wie hoch ist der Tagesbedarf?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt für Erwachsene Schätzwerte von 300 mg pro Tag für Frauen und 350 mg pro Tag für Männer. Die EU-Referenzmenge liegt bei 375 mg. Diese Werte beziehen sich auf die gesamte tägliche Aufnahme – aus Lebensmitteln und Ergänzungen zusammen. Laut der Nationalen Verzehrsstudie II erreicht ein relevanter Anteil der Bevölkerung diese Menge nicht.

Merke

Entscheidend beim Produktvergleich ist die Menge an elementarem Magnesium, nicht das Gesamtgewicht der Verbindung. 1.000 mg Magnesiumbisglycinat enthalten beispielsweise nur rund 140 mg elementares Magnesium – der Rest ist Glycin. Die Werte der gängigen Verbindungen stehen weiter unten im Abschnitt zu den Magnesiumformen.

Magnesium in Lebensmitteln

Magnesium steckt vor allem in unverarbeiteten pflanzlichen Lebensmitteln. Wer regelmäßig Vollkornprodukte, Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte isst, nimmt deutlich mehr auf als jemand, der überwiegend stark verarbeitete Lebensmittel zu sich nimmt.

Kürbiskerne 550 mg
Kakaopulver 499 mg
Mandeln 270 mg
Haferflocken 135 mg
Kidneybohnen 130 mg
Spinat 80 mg
Banane 28 mg

Angaben je 100 g, gerundet.

Welche Magnesiumform ist sinnvoll?

Magnesium liegt in Ergänzungen immer als Verbindung vor. Die Verbindungen unterscheiden sich in Löslichkeit, Verträglichkeit und im Anteil an elementarem Magnesium – nicht in ihrer zugelassenen Funktion.

Ein höherer Anteil heißt nicht automatisch besseres Produkt: Oxid und Carbonat liefern je Gramm am meisten Magnesium, lösen sich aber schlecht. Die folgende Übersicht zeigt, wie viel elementares Magnesium in 1.000 mg der jeweiligen Verbindung steckt.

Elementares Magnesium je 1.000 mg Verbindung

Magnesiumoxid 603 mg · 60,3 %
Magnesiumcarbonat 288 mg · 28,8 %
Magnesiumcitrat 162 mg · 16,2 %
Magnesiummalat 155 mg · 15,5 %
Magnesiumbisglycinat 141 mg · 14,1 %
Magnesiumtaurat 89 mg · 8,9 %

Berechnet aus den Molmassen der wasserfreien Verbindungen. Handelsübliche Rohstoffe liegen teils als Hydrat vor und enthalten dann weniger – Magnesiumbisglycinat als Dihydrat etwa 11,7 %. Bei Citrat kommt es auf das Salz an: Trimagnesiumdicitrat 16,2 %, Magnesiumhydrogencitrat 11,3 %. Maßgeblich ist immer die Angabe auf der Packung.

Magnesiumbisglycinat

Magnesium gebunden an die Aminosäure Glycin – oft kurz Glycinat genannt. Gilt als besonders magenfreundlich und wird häufig von Menschen gewählt, die andere Verbindungen schlechter vertragen. Der Anteil an elementarem Magnesium ist vergleichsweise niedrig.

Magnesiumcitrat

Magnesium gebunden an Citronensäure. Sehr gut wasserlöslich und weit verbreitet – die klassische Verbindung in Pulvern und Brausetabletten.

Magnesiummalat

Magnesium gebunden an Äpfelsäure. Mild im Geschmack und gut verträglich, häufig in Kombinationspräparaten eingesetzt.

Magnesiumtaurat

Magnesium gebunden an Taurin – eine Substanz, die der Körper selbst bildet und die natürlicherweise in Nerven- und Muskelgewebe vorkommt. Ergänzt einen breit aufgestellten Komplex.

Magnesiumcarbonat

Eine anorganische Verbindung mit hohem Magnesiumanteil pro Gramm. Sie reagiert mit Magensäure und wird deshalb auch als Säurebinder eingesetzt. In Wasser ist sie schlecht löslich; in höheren Mengen kann sie wie andere schwer lösliche Verbindungen abführend wirken.

Magnesiumoxid

Eine anorganische Verbindung mit dem höchsten Magnesiumanteil pro Gramm – deshalb häufig in günstigen Produkten. Deutlich schlechter löslich als die organischen Formen und in höheren Mengen abführend wirkend.

Welcher Komplex passt?

Mehrere Verbindungen in einem Produkt bedeuten nicht mehr Wirkung: Die zugelassenen Funktionen gelten für jede Verbindung gleich, maßgeblich bleibt die Menge an elementarem Magnesium. Der Unterschied liegt in der Verteilung – die Tagesmenge stammt nicht aus einer einzigen Verbindung, sondern aus mehreren. Wer eine einzelne Verbindung in höherer Dosis schlecht verträgt, kann das als Grund für eine Kombination sehen. Ein Nachweis, dass eine Kombination besser aufgenommen wird als eine einzelne Verbindung, liegt nicht vor.

Zwei Komplexe – welcher passt?

Magnesium 4fach Komplex – 200 mg elementares Magnesium (53 % der Referenzmenge) aus Bisglycinat, Citrat, Malat und Taurat. Eine Tablette täglich, 60 Tage Vorrat.

Magnesium 5x Komplex + B6 – fünf Verbindungen (zusätzlich Gluconat) plus Vitamin B6, das ebenfalls zu einer normalen Funktion des Nervensystems beiträgt. Zwei Kapseln täglich, 120 Kapseln pro Dose.

Häufige Fragen

Welches Magnesium ist das richtige für mich?
Das hängt vor allem von der Verträglichkeit und der Darreichungsform ab. Wer empfindlich reagiert, greift häufig zu Bisglycinat. Wer ein Pulver bevorzugt, findet meist Citrat. Die zugelassenen Funktionen gelten für alle Verbindungen gleichermaßen – entscheidend ist die Menge an elementarem Magnesium.

Ist Magnesium abends oder morgens besser?
Beides ist möglich. Entscheidend ist die regelmäßige Einnahme, nicht die Tageszeit. Viele wählen einen festen Zeitpunkt, weil es die Routine erleichtert.

Was ist der Unterschied zwischen Citrat und Bisglycinat?
Citrat ist sehr gut wasserlöslich und in Pulvern verbreitet. Bisglycinat gilt als besonders magenfreundlich, enthält dafür anteilig weniger elementares Magnesium. Beide liefern denselben Nährstoff.

Magnesiumcarbonat oder Citrat – was ist der Unterschied?
Carbonat ist eine anorganische Verbindung mit hohem Magnesiumanteil pro Gramm, aber schlechter Wasserlöslichkeit. Citrat ist organisch gebunden und sehr gut wasserlöslich, weshalb es in Pulvern und Brausetabletten verbreitet ist. Die zugelassenen Funktionen von Magnesium gelten für beide gleichermaßen.

Magnesium Citrat oder Glycinat – was passt besser?
„Glycinat“ ist die Kurzform für Magnesiumbisglycinat. Es gilt als besonders magenfreundlich, enthält anteilig aber weniger elementares Magnesium. Citrat ist sehr gut wasserlöslich und in Pulvern verbreitet. Beide liefern denselben Nährstoff – entscheidend sind die Menge an elementarem Magnesium und die eigene Verträglichkeit.

Was bedeutet „200 mg elementares Magnesium“?
Das ist die tatsächliche Menge des Mineralstoffs. Beim Vergleich immer auf diesen Wert achten – nicht auf das Gesamtgewicht der Verbindung, das deutlich höher erscheint.

Wie erkenne ich ein gutes Magnesiumpräparat?
Transparente Angabe des elementaren Magnesiums, klar genannte Verbindungen, vollständige Zutatenliste und eine nachweisbare Laborprüfung.

Warum vertragen manche Menschen Magnesium schlecht?
Günstige Produkte setzen häufig auf Magnesiumoxid, das in höheren Mengen abführend wirken kann. Organische Verbindungen wie Bisglycinat gelten als magenfreundlicher.

Kann ich Magnesium dauerhaft einnehmen?
Im Rahmen der auf der Verpackung angegebenen Verzehrempfehlung ja. Wer Medikamente einnimmt oder eine Erkrankung hat, sollte die Einnahme ärztlich abklären.

Quellen

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte Magnesium · dge.de

Max-Rubner-Institut: Nationale Verzehrsstudie II, 2008

EFSA: Scientific Opinion on Dietary Reference Values for Magnesium · EFSA Journal 2015;13(7):4186

EU-Verordnung (EU) Nr. 432/2012: Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben

Passendes Produkt

NUTROA Magnesium 4fach Komplex – 200 mg elementares Magnesium in 4 Verbindungen: Bisglycinat, Citrat, Malat & Taurat. 60 vegane Tabletten. Laborgeprüft. Versand aus Deutschland.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die empfohlene tägliche Verzehrmenge sollte nicht überschritten werden.

Wissenschaftlich eingeordnet. Gesundheitsbezogene Aussagen in diesem Beitrag orientieren sich an den von der EFSA bewerteten und in der EU zugelassenen Health Claims (VO (EG) Nr. 1924/2006). Dieser Ratgeber dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung.

Wissenschaftlich eingeordnet. Gesundheitsbezogene Aussagen in diesem Beitrag orientieren sich an den von der EFSA bewerteten und in der EU zugelassenen Health Claims (VO (EG) Nr. 1924/2006). Dieser Ratgeber dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung.

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